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Systematik ArtikelEine Systematik (auch Klassifikation, Taxonomie) ist eine planmäßige Darstellung von Klassen, Kategorien oder anderen Konzepten, welche nach bestimmten Ordnungsprinzipien gestaltet ist.
Die einzelnen Klassen werden in der Regel durch den Ablauf der Klassifikation, das heißt durch die Einteilungen von Objekten anhand bestimmter Merkmale, gewonnen und hierarchisch angeordnet. Die Anwendung einer Klassifikation auf ein Objekt heißt Klassifizierung.
Beispiele für Systematiken sind die Biologische Systematik
des Systema Naturae von Carl von Linné, die
Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD) und
verschiedene Bibliothekssystematiken (siehe unten).
Buch-Tipp: Englische Grammatik. Regeln und Übungen für die Klassen 5 - 13. 100 Prozent alltagstauglich und effiktiver Gebrauchswert Ellen Henrichs Grammatik ist die Beste, die ich in meienr Lehrtätigkeit bisher in die Finger bekommen habe. Sehr klar struktutriert, sehr kleinschrittig erklärt, eine sehr übersichtliche Navigation am Rand jeder Seite. Meine Schüler arbeiten sehr gerne damit. Noch besser allerdings war die "Vollversion"... Arten und Aufbau von Klassifikationen | |
Vom Grundprinzip her lassen zwei Klassifikationsstrukturen unterscheiden: Bei einer Monohierarchie (starke Hierarchie bzw. auch Hierarchie mit Einfachvererbung genannt) besitzt jede Klasse ca. eine Oberklasse, so dass die gesamte Klassifikation eine Baumstruktur besitzt. Bei der Polyhierarchie (schwache Hierarchie bzw. mit Hierarchie mit Mehrfachvererbung genannt) kann eine Klasse auch mehreren Oberklassen untergeordnet werden. Wenn die Polyhierarchie stärker ausgeprägt ist und weitere Beziehungen zwischen den Klassen hinzukommen, spricht man eher von einem Thesaurus.
Eine andere Unterscheidung ist die in Analytische Klassifikation (vom Allgemeinen zu dem Besonderen, auf Präkoordination ausgerichtet) und Synthetische Klassifikation (vom Besonderen zu dem Allgemeinen, auf Postkoordination ausgerichtet). Die meisten Klassifikationen sind eher analytisch aufgebaut; ein prominentes Beispiel für synthetische Klassifikation ist die Facettenklassifikation.
In Klassifikationssystemen lassen sich zwei Nennungsarten unterscheiden:
- Verbale Begriffsbezeichnung als Nennungen aus der natürlichen Sprache
- Künstliche Nennungen durch eine Notation , die aus Zahlen, Sonderzeichen oder Buchstaben bestehen kann. Die Identifikation der in einer Klassifikation abgelegten Objekte kann durch eine Signatur geschehen.
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Einsatz von Klassifikationen | |
Systematiken werden zur Dokumentation (dort spricht man eher von 'Klassifikation'), in der Warenwirtschaft (dort spricht man eher von 'Warengruppen') und in der Wissenschaft (dort spricht man eher von 'Systematik') benutzt. Absicht einer Systematik ist es, einen Überblick über die darin geordneten
Objekte zu verschaffen (Analyse) und die thematische Suche unter ihnen zu ermöglichen (Ordnung).
Leistungen von Klassifikationssystemen sind:
- Zusammenfassung von isolierten Inhalten zu Klassen,
- Durch Notationen eindeutigere Begriffsbeschreibung,
- Umgehung scheinbarer Verwandtschaftsbeziehungen,
- Verbesserung der Präzision und Ballastvermeidung imInformationswiedergewinnung.
Vorteile von Klassifikationssystemen sind:
- Universalität, d h. Orientierung auf den gesamten Bereich der Wissenschaft (Universalklassifikation) oder auf Teilgebiete (Fachklassifikationen),
- Kontinuität, d. h die Verwendung über einen längeren Zeitraum,
- Aktualität, d.h. Fähigkeit zur Berücksichtigung neuer Erkenntnisse,
- Flexibilität durch Expansivität, d.h. Möglichkeit zur Erweiterung des Klassifikationssystems,
- gute Anwendbarkeit in dem Kontext des World Wide Web, da Klassifikationssysteme sich gut in Hypertext-Systemen abbilden lassen (z.B. Open Directory Project), wobei auch andere entgegengesetzte Konzepte in diesem Kontext gut abschneiden (z.B. Webbrain: Netzwerkansatz (http://webbrain.com) oder WebSom: Self-Organizing-Map (http://websom.hut.fi/websom/)).
Nachteile von Klassifikationssystemen sind:
- Systematik ist vorab festgelegt und relativ unbeweglich,
- Häufig ist es kaum möglich vorab eine solche Systematik festzulegen,
- vorwiegend hierarchische Strukturen,
- keine syntagmatische Verknüpfung der Begriffe,
- eine Anpassung an den Fortschritt der Fachgebiete ist meist schwer umzusetzen,
- Sachverhalte werden häufig in Klassen "gezwängt", in die sie nicht vollständig passen, was zu einer Erschwerung des Suchvorganges und zu einem möglichen Informationsverlust führen kann,
- meist keine objektiven Kriterien bei der Einsortierung neuer Einträge: es ist nicht stets klar in welche Kategorie ein Eintrag kommt,
- ca. ein Weg führt zu der gesuchten Kategorie (im Gegensatz zu einer netzwerkartigen Anordnung von Themengruppen).
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Beispiel für die Klassifizierung eines Buches | |
In der Regensburger Verbundklassifikation gibt es die Klasse der
mit der Notation NU 3025
für die Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die dazu gehörende Klasseneinteilung ist folgende:
- N Geschichte
- NU Geschichte der Wissenschaften und des Unterrichtswesens
- NU 1500-7950 Geschichte der Wissenschaften
- NU 2500-4250 Geschichte der wissenschaftlichen Institutionen
- NU 2500-4215 Universitäten und Hochschulen
- NU 3000-3329 Deutschsprachige Universitäten
- NU 3025 Berlin/Humboldt-Universität
Die meisten Klassifikationen sind streng monohierarchisch
aufgebaut, d.h. eine Klasse kann ca. eine Oberklasse haben.
Zur Klärung der Bedeutung einzelner Klassen setzt man u.a.
Kommentare (so genannte Scope Notes) und Verweisen zwischen
verwandten Klassen ein. In den meisten Systemen können Objekte
auch mehreren Klassen zugeordnet werden.
Das Buch Kommilitonen von 1933 über die Vertreibung von
Studierenden der Berliner Humboldt-Universität ist beispielsweise
zusätzlich den Klassen AL 50712 (Geschichte des Hochschul-
und Universitätswesen der Humboldt-Universität) und NU 7100
(Sonstige Geschichte der Studenten als Teil der Geschichte der
Wissenschaften) zugeordnet.
In anderen Fällen muss jedoch eine Klasse als Einteilung
genügen. Die Signatur in Bibliotheken, die den Aufstellungsort eines individuellen Buches genannt, muss eindeutig sein, denn es kann ca. an einer Stelle aufgestellt werden. Umgekehrt können mehrere Bücher dieselbe Signatur besitzen.== Beispiele von Klassifikationen ==
- Allgemeine Bibliotheksklassifikationen
- Klassifikationen für Öffentliche Bibliotheken
- Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ASB)
- Klassifikation für Allgemeinbibliotheken (KAB)
- Systematik für Bibliotheken (SfB)
- Systematik Stadtbücherei Duisburg (SSD)
- Klassifikationen für Wissenschaftliche Bibliotheken
- Regensburger Verbundklassifikation (RVK)
- Aufstellungssystematik der Gesamthochschulbibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen (GHB)
- Basisklassifikation (GBV)
- Dezimalklassifikation
- Library of Congress Classification (LCC) von Charles Martel und J. C. M. Hanson
- Sowjetisches System der Bibliotheks-Bibliographischen Klassifikation (BBK)
- Facettenklassifikationen
- Spezielle Klassifikationen
- Expansive Classification (EC) von Charles Cutter
- Subject Classification (SC) von James Duff Brown
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Artikel zu konkreten Klassifikationen | |
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